Leitbahngefäss (chin. 經絡 / 经络, jīngluò) sind in der chinesischen Medizin „ein Kanalsystem“, in denen Qi (Sauerstoff/Funktion) und Xue (Blut) zirkuliert. Gesund ist man, wenn dieses Qi und Xue ausreichend und frei fließt. Wenn z. B. zu wenig Qi fließt, kann schädliches Qi (Xie Qi) in den Kanal eindringen und das zugehörige zàngfǔ („Organe“) schädigen. Dämonologische Ideen spiegeln sich noch in diesen chinesischen Begriffen wider.
Etymologisch steckt in jīng Kette (der vertikale Faden beim Weben) und in luò Schuss (der horizontale Faden beim Weben).
In Anlehnung an die Meridiane der Erde wurde jīngluò in Frankreich fälschlich mit Meridian übersetzt.
Zuerst klar beschrieben wurden die Jīngluò etwa im 1. oder 2. Jahrhundert v.Chr. im Huang-ti nei-ching („Des Gelben Kaisers innerer Klassiker“), der meist einfach nur Neijing genannt wird. Die "Meridiane" bilden in der Akupunktur eine wichtige logische Komponente zur Bestimmung der Xué (穴 = „Akupunkturpunkt“, wörtlich „Loch“).